
Das ist mein Google-Kalender für diese Woche (Draufklicken macht ihn größer), in der ich in Berlin zur re:publica bin.
Was das sein kann und wie ich da hin gekommen bin, schreibe ich hier. Eigentlich wollte ich das schon lange drin haben, aber mei, packen und vorarbeiten und so, und das WLAN geht da nicht, und deswegen jetzt hier vor der Hütte. Hütte? Ja genau, lest mal.
Legende: Eher Reales ist fett, eher Virtuelles kursiv, und was eher beides ist, das ist beides.
Und was aktuell dazu kommt, das ist so.
Ach, lest und fragt einfach.
OKTOBER 2011
Diskussion auf der Buchmesse, es geht um Foodblogs und Kochbücher und der Moderator will am meisten und schönsten reden. Fad. Aber alle, die mit Kochbuch und Foodblog zu tun haben und auf der Messe sind, sind da. Ich lerne Katharina Hoenck von Valentinas Kochbuch kennen, die mir nahe legt, zur re:publica zu kommen. Ich war mal auf einer fress:publica, wo sich Foodblogger im Gasthaus vom fressack trafen, der auch mal ein Blogger war, jetzt aber nur noch Wirt ist. Zu ihm gingen wir anschließend.
NOVEMBER 2011
Katharina schickt mir eine DM mit Link zum Ticketvorverkauf der re:publica, ich kaufe eine Karte und sage den Leuten, dass ich zu einer Internetkonferenz fahren werde.
MONTAG, 30. APRIL 2012, 23.45
Am Münchner Ostbahnhof starte ich mit acht anderen Leuten einem Kleinbus nach Berlin. Am Sonntag hatte ich den regelmäßigen Nachtfahrer Alex bei mitfahrergelegenheit.de entdeckt und ihm spät abends eine SMS geschickt, ob noch Platz ist. Er ruft zurück, ich fahre nach Berlin. Neben mir ein Wiener, wie die meisten mit gutem Humor.
DIENSTAG, 1. Mai 2012, 5.30
Wir kommen am Westkreuz an. Jeder zahlt seine 35 Euro, Handschlag, runter zur Bahn. Ich google auf dem Handy, ob die re:publica-Karte auch für Bus und Bahn gilt. Nein. Ich fahre einmal rund um Berlin mit der Bahn, dann zum Alexanderplatz, Berlin fühlen. Klappt. Dann zum Hauptbahnhof, Croissant auf der Treppe in der Sonne essen, Faltplan kaufen und versuchen, mit Laptop ins Internet zu kommen. Klappt nicht richtig.
11.30
Treffen mit Ines, die schon seit Sonntag in der Stadt Urlaub macht. Ines’ Blog Vorspeisenplatte ist das erste Blog, das ich regelmäßig lese (und bis heute das einzige, das ich täglich lese), Auslöser waren ein Text übers Dicksein und ein Rezept für Mousse au chocolat. Ich lernte sie kennen, als ich in einer Bar aus einem Kochbuch vorlas, was ihr nicht gefiel, was ich sofort verstand und wir wurden langsam Freunde, die zu ähnlichen Teilen über Bücher, Essen und Internet reden. Auch diesmal, zusammen mit Notquitelikebeethoven und Kittykoma.
CA. 19.00
Ankunft bei Jörg, einem von zwei verbliebenen Schulfreunden, der zweite ist sein Cousin Peter. Jörg und Familie besuchen mich stets in München, wenn sie zu Feiertagen in Salzburg bei den Eltern seiner Frau sind. Meist meldet er sich knapp davor, wenn ich Zeit habe, freue ich mich und koche etwas. Ich habe ihn Montagmittag angerufen (wir hatten Anfang des Jahres aber schon gesprochen), er freut sich, wird wohl nichts kochen, aber ein Bett haben, und zwar die untere Etage im Kinderzimmer, worüber sich sein lieber Sohn sehr freut.
(Aktuelle Ergänzung: Jörg war da, aber auch seine Schwägerin, ich schlief auf dem Sofa, was gut war, da der Sohn malad im Magen war.)
MITTWOCH, 9 Uhr
Einchecken im Hüttenpalast. (verschoben auf 16.30)
10 Uhr
Siehe Kalender. Orange ist die Arbeit, Rot das Vergnügen. Und es kam dann doch ganz anders.
16.30 Uhr
Einchecken im Hüttenpalast. Ich hatte lange überlegt, wie ich elegant ums Etagenbett Sofa drumherum komme, bis Susanne Butz auf google+ schrieb, wo sie sich eingebucht hatte. Ich kannte sie nicht, fand das aber toll und buchte mich ebenfalls ein, aus Recherchegründen, wie ich Jörg sagen werde. Und werde eine neue Internetbekanntschaft machen.
Aktuelle Ergänzung: Jetzt (17.30) sitze ich da grad, kurz vor sechs am zweiten Mai, und schreibe das hier.
Noch aktuellere Ergänzung: Susanne sitzt jetzt (18.30) mir gegenüber und schreibt auch ins Netz. Wir haben uns zumindest die Hand gegeben. Und ab jetzt ist wieder Zukunft.
19.45 Überraschungvortrag. Sascha Lobo hat den Gräfe und Unzer Verlag beim Aufbau des Portals küchengötter.de beraten, bei dem ich dabei bin, unter anderem stammt der Name von ihm. Das war nicht nur unterhaltsam und sympathisch, sondern auch gewinnbringend. Genau das erhoffe ich mir von diesem Vortrag.
21.00 Beim Thai. Chris Kurbjuhn habe ich als Kommentator der ersten Stunde dieses Blogs kennen und als muttergewitzten Schreiber schätzen gelernt, vor allem auch in seinen Blogs, der Netzecke und dem Blogmagazin Männer unter sich. Dazu kocht und isst er mit Herz und mag das Burgenland, man hätte sich schon längst mal sehen sollen, nun tun wir es.
DONNERSTAG, 3. Mai
ab 10 Uhr Kalender (irgendwas mit Podcasts, dann Treffen und Mittagessen, um das Folgende vorzubereiten:
15.00 FOODBLOGS – VERFALL ODER RETTUNG DER ESSKULTUR?
Im Dezember hatte mich Ines gefragt, ob ich zur re:publica komme und Lust hätte, bei einem Panel mitzumachen. Ich fragte sie, was das ist, sagte zu und sage den Leuten seitdem, dass ich bei einer Podiumsdiskussion mitmache. Mit Nicole Stich von delicious days und Stevan Paul von nutriculinary, den beiden Foodblogs, die ich als einzige schaffe, regelmäßig zu lesen. Klingt nach Klüngel? Ich freue mich einfach auf ein offenes Gespräch mit Leuten, die seit langem, an der Schnittstelle zwischen Schreiben auf Papier und im Netz stehen, dabei jeder mit den Füßen ganz woanders. Und es kommt ja noch Vijay Sapre von Effilee, den ich nicht kenne und der eine Zeitschrift macht, die aus dem Internet stammt.
Der Rest ergibt sich. Auch, wann und wie ich am Freitag zurückfahre. Ich werde es hier ergänzen.