Das Leben ist föhn

Liebe Mittagesen,

der Münchner Föhn hat meinen Tag heute genau so zerschossen wie die Wettervorhersage von gestern: „7° C, meist sonnig” – von wegen. Bacherlwarm und sonnenklar war es in der Stadt, und da ich am vormittag am anderen Ufer der Isar zu tun hatte, ließ ich mich treiben, bis ich mich zur Mittagszeit lichtbesoffen bei Cappuccino (nach dem Zwölfuhrläuten!) und Kuchen (vor der Kaffeetafelzeit!!) im Starbucks (in der nördlichsten Stadt Italiens!!!) wiederfand und das auch noch fast gut fand, von wegen Urlaub-in-Amerika-Gefühl.

Um nicht völlig abzudrehen, beschloss ich dann zum Viktualienmarkt zu schwimmen und steuerte, das Bierglasgeläute ignorierend, die Münchner Suppenküche an. Muss man zu der noch was sagen? Vielleicht, dass sie zu meinen ersten Mittagessenshäfen in München zählte, als ich um die Ecke vom Markt das Kochbuchmachen lernte und mich hier zugleich von dieser Stadt erholen wie mit ihr anfreunden konnte. Dazu ein Text aus dem ersten DelikatEssen 1997, der im Wesen bis heute gilt. Alles Weitere, Aktuelle und noch mehr Gutes darüber gab’s gerade letzte Woche bei den Kollegen von delicious:days zu lesen.

So sitze ich also bei „Hopfeneintopf” (eine reiche Gemüsesuppe mit richtig viel Frühlingsaroma und immer noch genug Wintersubstanz, gewürzt mit gerebeltem Hopfen – sehr fein), umringt von Menschen, die sich die so lange vermisste Sonne mitten ins Herz scheinen lassen. Ob das jetzt das Lieblingsgericht aus Goethes Heimat war? Ach nein. Morgen. Einverstanden? Das Leben ist so föhn heute.

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