Wenn Köche kommen


Milchkaffee bei Fotografin mit Autorinnen und Grafikerin

So, heute habe ich es ein bisschen eilig, bin eigentlich schon seit in der Früh am Rennen und bereits zum vierten Mal zwischen Ostbahnhof und Marienplatz hin und hergependelt: Erst bei Hoernchen, Milchkaffee und Coco Lang über Titelbilder geschwätzt, dann Freund Uli am Bahnhof abgeholt und zu Mittag bei Gemüserisotto in der Kostbar mit einer Kollegin aus dem Nachbardorf (Hausach) seines Schwarzwälder Heimatortes (Fischerbach) bekannt gemacht. Der treibt sich nun gerade auf dem Viktualienmarkt rum, bis wir uns zum Feierabend wieder im Bahnhof treffen, wo dann noch ein Koch ankommt – die beiden fliegen morgen früh für eine Woche nach Bangkok (kommt bestimmt auch von „Koch”), wo wieder ein anderer Koch, mit dem wir mal zusammen gekocht haben, inzwischen Luxushotelküchendirektor ist. Bin jetzt schon neidisch. Und muss noch Bauernkruste für unser Koecheabschiedsabendbrot holen! Bis morgen.


Gemüserisotto in der Kostbar mit Autorin und Koch

P. S.: War ja klar. Cliffhanger, auch bei Arte. Nachdem ich am Freitag so am Rande mitbekommen habe, dass sie wieder ein bisschen anziehen, hat das Zuschauen bei Sarah Wiener gestern wieder richtig Spaß gemacht. „Bis übermorgen” hatte sie zum Bohnenexperten gesagt, nachdem sie bei ihm die besten Bohnen für ein echtes Cassoulet geholt hat, dieses Herzstück der franzoesischen Bistro und Bauernküche. Und dann ging es drei Tage im gestreckten Trab voran: da flog der Ton in der Toepferhoehle, da blinkte das Restaurantschild ? la Moulin Rouge über dem Landküchentempel das „Cassoulet Imperial”, wo ein junger scharfer Chef der Frau Wiener ihre erste Kochmütze und Feuer gab, was bei ihr langsam eine Leidenschaft fürs Cassoulet entfachte (und der fand sie auch nicht so schlecht, glaube ich).

So triezten und kochten und flaxten sie sich durch Fässer voll Entenfett, Schichten von Schweinshaxen und knusprige Krusten, die sieben mal zerrührt und wieder gratiniert werden mussten, bis Tage und Stunde später die Cassoulet Brüderschaft kam mit Hüten wie Auflaufschalen und Mänteln wie vom Münchner Kindl. Der Applaus wirkte echt, Frau Wiener erstarrte bei der Aufnahme in die Bruderschaft glaubhaft zum Schulmädchen, nur der Boss des Ganzen (eine Mischung aus Robin Williams in „Good Will Hunting” und Alan Rickmann in „Tatsächlich Liebe”) schien ihr vor allem deshalb die Würde zu verleihen, um sie mal kräftig knutschen zu koennen. Heute Abend wird Barsch für unter die Salzkruste gefangen. Mal sehen, ob meine Koeche das sehen wollen, Uli fand das mit dem Perlhuhn jedenfalls auch ziemlich groß (lief gestern als Wiederholung irgendwo?).

P.P.S.: Passend zum Perlhuhn läuft auf delicious days gerade eine ser rege Diskussion mit Leuten aus der ganzen Welt darüber, ob man Fleisch vor dem Garen waschen soll oder nicht. Ich: eher nicht. Mehr hier.


Nichts als Kostbar

Kostbar
Die kleine rockige Schwester vom Volksgarten am Rande des Bahnhofsviertels. Viel beige, ein bisschen Lounge und in der Küche ziemlich geradeaus. Keine Karte, die überrascht, umso mehr freut man sich dann über die gut solide Qualität des Essens wie den freundlichen Service. Weswegen hier mittags schoen was los und immer was zu sehen ist.
München Maxvorstadt (für mich: Bahnhofsviertel), Augustenstr. 7, Tel. 089 / 54547799
Mo-Mi 9-24 Uhr, Do-Fr 8-1 Uhr Sa 10-18 Uhr

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