Auch wir in Schokoladien ODER Der große Schokoladentest (1)


Last Minute Hasen in FFB

Zum Ende der Fastenzeit nun ein neue Folge aus der Serie „Akte Xocolatl” (aztekisch für „bitteres Wasser”, wie man in seinem Ursprungsland den damals ohne Milch und Zucker gebrautent Kakao nannte, woraus sich unser Wort „Schokolade” ergab). Das braune Gold ist nicht nur in diesem Blog schon länger ein Thema, sondern auch bei anderen nahestehenden SchreiberInnen wie Vorspeisenplattes Kaltmamsell, deliciocus:days’ Nicky & Oliver oder Food Vagabond Hande. Und schon vor einem Jahr kam in diesen virtuellen Gesprächen der Gedanke auf, dass man doch mal einen großen Schokoblogtest machen könnte? Jeder bringt seine Lieblings-, Hass-, Überraschungs- und Neugierschokoladen mit und dann wird quergeschmeckt. Was auch deswegen interessant zu werden versprach, da je zwei Blogs auf der hellen und auf der dunklen Seite der Schokolade stehen. (Die gewagte These, dass Milchchocolatiers die Harmoniebedürftigeren und Edelbittere die Strengeren sind, lasse ich jetzt mal stecken, auch weil sich beides nicht ausschließt.) Ein paar Monate Schnupperzeit und einen Sack voll Mails später war es dann vor zwei Wochen so weit, dass wir uns alle an einer großen Schokoladentafel in Fürstenfeldbruck trafen, um…


Die große Schokoladentafel (mit Hasenohren)

…uns erst einmal vom Besuch der Schokoladenabteilung des Ampereinkaufszentrums AEZ zu erholen. Gefühlte zwölf Regalmeter Xocolatl von Alpia bis Zotter umschlossen dort eine gut 30sortige Schokohasenzurschaustellung und drumherum tobte der ganz normale Kleinstadtsamstagseinkaufswahnsinn, was vor allem die Münchner arg faszinierte.


Caffe di paparazzi (für alle, die schon immer mal wissen wollten, wie Kaltmamsell, delicious:days und Food Vagabond aussehen: alle hinten links zu sehen)

Während die Edelbitteren sich im Griff hatten, griffen die Milchchocolatiers dort noch einmal kräftig zu, so dass wir uns am Ende über 50 Tafeln Schokolade gegenüber sahen, obwohl wir schon zuvor eingeschränkt hatten: nur hell und dunkel, pur ohne Zusätze oder Füllungen und ohne Allerweltsmarken unterhalb von Lindt & Hachez. Nachdem wir Exoten (Olivenölschokolade) und Extremisten (100% Kakaomasse) aussortiert hatten, blieben rund 40 Tafeln von Supermarkt bis Schokomanufaktur und von 30 % Kakaoanteil (drunter ist der Name Schokolade nicht erlaubt) bis zu 80 %. Nach dem jeder die Highlights seiner Sammlung und die Objekte seiner Neugier erklärt hatte, war die Wahl getroffen (wegen der Unterschiede bei den Bezeichungen und Bewertungen in den verschiedenen Ländern nennen wir nur die auf der Vorderseite aufgedruckten Bezeichnungen als Einkaufsorientierung. Das Herstellungsland/Lieferland dazu in Klammern):


Unsere 10 ausgewählten Milchschokoladen
Oben von links nach rechts: Chocolat Bonnat Asfarth 65% Kakaoanteil (Frankreich), Feodora Vollmilch Hochfein 37% (Deutschland), Lindt Vollmilch 30% (Schweiz).
Mitte: Amadei cioccolata al latte 32% (Italien), Naturata Vollmilch 38% (Schweiz/Deutschland; Bio), Käfer Edelvollmilch 32% (Deutschland), Hachez de Maracaibo 55% (Deutschland), Dallmayr Edelvollmilch 32% (Deutschland).
Unten: Bachhalm Selection Pur 40% Grand Cru Java (Österreich), Valrhona Jivara Lait 40% (Frankreich).


Unsere 10 ausgewählten Edelbitterschokoladen
Oben von links nach rechts: Felchlin Cru Sauvage 68% (Schweiz, aus wilden Kakaobohnen), Bernard Castelain Intense 77% (Frankreich), Venchi 75% cuor di cacao extra fondente (Italien), Jean Paul Hevin Trinite 75% (Frankreich), Stolberg Maracaibo 65% Criollo Venezuela (Deutschland/Belgien).
Die beiden in der Mitte rechts: Dolfin noir 70% (Belgien), Enric Rovira „Rajoles” Chocolate negro 55% (Spanien; für Diabetiker, gesüßt mit Maltitol statt Zucker)
Unten: Patrick Roger 3 Continents 80% Ghana-Java-Equateur (Frankreich), Cailler „Cremant” Chocolat Noir Extrafin 46%, Dagoba „New moon” 74% (USA; Bio)

Uff, eine Menge großer Namen und populärer Marken, dazu ein paar echte Wildcards und Außenseiter. Wie werden sie sich schlagen? Werden ein paar von uns die Schokoladenseiten wechseln? Werden wir uns schlagen? Und wie schmeckt spanische Diabetikerbitterschokolade? Mehr dazu in der nächsten Folgen von „Akte Xocolatl” mit dem Titel: „So wie wir testen”. Schon bald auf Ihrem Blog.

Nachtrag: Ne, auf diesem Blog. Danke, Frau Kaltmamsell.

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5 Antworten auf Auch wir in Schokoladien ODER Der große Schokoladentest (1)

  1. zorra sagt:

    Da bin ich aber auf das Resultat gespannt!

  2. SEBASTIAN sagt:

    Ja, ähem Zorra, rechtzeitig zum Ostereinkauf hat es leider nicht mehr gepasst, aber die Antifastenzeit hat ja erst begonnen. Bis gleich.

  3. johanna sagt:

    na, da bin ich schon sehr gespannt. von lindt hab ich vor kurzem mal eine doppelmilchschoko (milchschokolade mit mmilchfuelle) gehabt, die war zwar unheimlich suess und cremig, aber genau das richtige fuer stunden, wo man mal eine dicke umarmung braucht. schmeckt zwar kaum mehr nach cacao, aber lecker war sie allemal!

  4. SEBASTIAN sagt:

    Oh je, immer noch nix Neues aus Schokoladien, Johanna (trotz handfester Anregung). Es gibt Gründe dafür, die allerdings sehr banal sind. Ich gebe Gas! Und ja, die gefüllten von Lindt haben einen gewissen Suchtfaktor mit einer leichten Prise Trash dabei, für gewisse Stunden…

  5. beatrice sagt:

    Komisch,auf einer Seite der Sueddeutschen fand ich einen für meine Begriffe ziemlich feindlichgesinnten Eintrag zur Schokolade (hier auch “Xocoatl) – [der Autor des Beitrags ist ein jetzt-Redakteur] und zu Sebastian Dickhaut (ein anderer Beitrag – von einem Fan ?) – ich frage mich warum immer wieder solche Idioten es versuchen ?

    Für mich bleibt Schokolade etwas Feines und wird es immer bleiben – Duell hin oder her !

    LG beatrice

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