Große Pausen

Na, das war ja ein schöne lange Wochenende, das manche jetzt auch noch fortsetzten, wie man hört, während man selbst mehr gekocht und geschrieben hat als einem lieb ist. Gelesen aber auch und dabei festgestellt, dass es zwischen den kleinen Fluchten und den Großen Ferien noch was dazwischen gibt, das einem das Tagwerk gleich wieder ein bisschen besser schmiert. Nenne es Kurztrip, Escape Weekend (so sagen sie in Australien, was für mich nach Notruf klingt, aber die finden es toll), Bildungsurlaub, kleines Glück. Große Pause.


Oder einfach nur Fahrt ins Blaue, so wie es delicious:days zuletzt gemacht haben. Und wenn das Blaue die See und der Himmel an der Cote d’ azur sind, dann kann es einem da schon mal passieren, dass man zu Mittag an einem namenlosen Ort ahnungslos in einem Dorflokal sitzt, das sich als Sternerestaurant entpuppt, dass man später in Nizza plötzlich seine erste Auster schlotzt und dass einem eine Möwe kraftvoll erklärt, warum im Urlaub die Armbanduhr zu Hause bleiben sollte.


Minutiöser geplant hat (entgegen ihres schönen Beinamens) Food Vagbond Hande ihr letztes perfektes Wochenende, mit dem Ergebnis, dass sie nicht nur gleich die besten drei Sterne Deutschlands im Schwarzwald durchkosten konnte, sondern auch noch blogtechnisch gut vorbereitet war. Klingt und sieht aus nach großem Küchenkino bei himmlisch angenehmer Lautstärke ganz ohne Dolby Fusion.


Hoch im Norden ist zwar noch Steppe, was gleich drei Sterne angeht (bei den einzelnen sieht es umso besser aus), was man dafür durch gastronomische Originalität lässig wieder reinholt. Etwa durch einen Kurzbiergarten der anderen Art, wie ihn Herr Paulsen von seinem Kiosk aus schön beobachtet und beschrieben hat.


Noch höher im Norden und vor allem tiefer im Westen liegt Vancouver, das die in ihre eigene Heimatstadt arg vernarrten Freunde aus Sydney als einzige Stadt der Welt bisher akzetpiert haben, in der sie auch gerne mal länger leben würden. Keine Frage, dass die Vancouvians (?) Vancouverists das auch so sehen, wie sich durch Gastbloggerkolumne „Culinary Snapshot” bei The Passionate Cook (einer Österreicherin in London) erfahren lässt. To be continued.


Das alles schon hinter sich hat Michael der Fotograf, der mit seiner Frau nun gerade die kleine Pause von der Großen Pause nimmt – nach zwei Jahren mit Camptruck Lucy auf dem Weg von Alaska nach Feuerland steuern die beiden (oder gar alle drei?) nun in aller Ruhe ihre Eindrücke sortierend von Buenos Aires aus mit dem Containerschiff Hamburg an (Paulsens Biergarten wäre da vielleicht ein ganz guter Kulturpuffer vor dem Zurücktauchen nach München gewesen). Und sie müssten eigentlich schon fast da sein, wie man auch oben auf dem Foto sieht, das wie alle anderen heute von Michael Boynys wunderbarer Website stammt, mit freundlicher Genehmigung natürlich.


Alle Fotos von Michael Boyny

Uff. Zu weit, zu viel, zu groß? Dann hätte ich hier noch ein ganz junges wieder erwachtes Glück zu bieten – Jelly Beans loser (nicht: Loser) Blog „Eine Chance dem Liebesbrief”, auf dem sie immer mal wieder Liebesbriefe an Dinge, Launen und sonst noch was schreibt, heute zum Beispiel an Glück im Kleinen, so sehr, dass es mir gleich alle Flausen ausgetrieben hat. Danke für die Pause in Eurer Aufmerksamkeit.

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5 Antworten auf Große Pausen

  1. Petra S. sagt:

    vielen Dank für die diesen Blog-Hinweis (Ich finde sowas ja nicht).
    Jeden Donnerstag das Öffnen einer literarischen Jelly Belly Schachtel und die Möglichkeit beim Hineingreifen eine “saftige Bírne” eine “Kiwi” eine “Tutti frutti” zu erwischen – das wird schön.
    (Ich seh gerade es gibt auch die Sorte Jalapeno – oh Gott)
    Bei einigen Sorten muss man die Rückseite der Schachtel studieren (bei guter Beleuchtung), um den Geschmack zu identifizieren (zumindest mein Gaumen).
    Aber die “Chance für den Liebesbrief” kommt sehr eindeutig vielversprechend wohlschmeckend rüber. So nett!!!

  2. SEBASTIAN sagt:

    Freut mich, Petra S. – und Jelly Bean freut sich noch mehr, wenn Sie gleich ihr diesen Liebesbrief schreiben.

  3. Valerie sagt:

    Hallo Sebastian –

    du hast traumhafte Bilder auf Michaels Seite ausgesucht! Kaum zu glauben, dass die zwei Jahre schon wieder vorbei sind – es kommt mir so vor, als ob es gestern war dass mein lieber Männe von seinem neuen Kunden und dessen ungewöhnlicher Reise erzählt hat. Wenn er wieder da ist, steht ja ein gemeinsamer Restaurantbesuch auf dem Plan, da freu ich mich schon drauf!

  4. AJJB sagt:

    Vancouverists!

    Nach einiger Zeit des stillschweigenden Mitlesens die perfekte Gelegenheit mich zu bedanken und gleichzeitig meine deutschen Gene zu bemühen Sie so pedantisch, schrecklich deutsch zu korrigieren.
    Danke für diesen so relaxten Blog, wird gerne gelesen. Jetzt leider nicht mehr aus Vancouver, dafür aus Tallinn, Estland. Auch schön.

  5. SEBASTIAN sagt:

    Danke, AJJB, ich weiß doch, dass ich mich auf meine Gäste hier verlassen kann. Wir sofort korrigiert. Und von Vancouver nach Tallin, das ist ja auch ein Schritt! Nicht zuletzt ein kulinarischer, oder? Es grüßt ein Ex-Sydneysider und Jetzt-Brucker.

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