_in the UNITED STATES of Lunch

Blog in progress

Freitag, 7. Oktober 2005

Wieder in München. Zuerst die Pflicht: Nach erstem Frühstück in Amsterdam und einem Becher Tee über Frankfurt gibt es am Münchner Flughafen der ersten gescheiten Espresso seit langem (an dem ist nämlich „the great american coffeeshopwunder” vorbeigegangen bzw. hat ihn unter Wogen von Latte-Schaum und Vanilla-Syrup erstickt). Mittags Spaghetti Carbonara mit der Familie in FFB und ein paar Espressi hinterdrein, um den Jetlag-Gong zu dämpfen.

Was zuvor noch in Amerika passiert ist und gegessen wurde, muss noch notiert werden. Womit wir beim Experiment wären … Geglückt? Gemessen an den Vorgaben: nein. Denn es war sicher nicht der glücklichste Zug, den Neueinsteigern von Montags bis Freitag täglich zur Mittagszeit einen Text zu versprechen und das dann gleich zu Beginn auf die ganz harte Probe zu stellen. Sechs Stunden Zeitverschiebung, dünne Technik, eine gewisse Wackligkeit im Umgang mit dem neuen Medium fern der Betreuerin und dann noch so volle und reiche Tage, dass man eigentlich gar nicht am Computer schreiben sondern raus gehen und weiter erleben möchte – Kompliment an alle, die trotzdem dran geblieben sind und interessiert “the work in progress” verfolgt oder das hier einfach nur als ein paar Briefe aus Amerika gesehen haben. Und dem großen Rest danke dafür, dass er höflich geschwiegen hat …

Oder lag die Verschwiegenheit daran, dass das alles etwas komplex war? Die langen Texte, der Extra-Zugang oder meine nicht ganz korrekte Info zum Kommentieren? Das geht nämlich so: Auf Kommentieren klicken und sich dann in der Maske erst einmal “registrieren” (Name und Password), woraufhin gleich ein Mail kommt mit dem Passwort, mit dem man sich dann in Zukunft immer anmelden kann. Komplex, aber wir arbeiten dran. Bis dahin die Bitte: Seid unhöflich oder höflich und gebt mir Kommentare. Und wenn einem gar nichts einfällt, vielleicht das eine Feedback: Steht der Sidebar (Der Mittagesser, die letzten zwölf usw.) bei Euch auch unter den Texten oder an deren Seite, wie der Name es verlangt? Einstweilen ein schönes Wochenende.



LAND OF LUNCH: fully loaded

Mittwoch, 5. Oktober 2005

Schreibt er noch? Liest (noch) jemand? Technische Störungen in Washington haben mich vom Web abgeschnitten, nun habe ich ein kleines Schlupfloch gefunden. Um nicht lange rumzureden, bevor es sich wieder schließt – das was ich seit dem letzten Eintrag gegessen bzw. gekocht bzw. getrunken habe:

Hot Dog, bengalischen Cappuccino, Uncle Rays Sour Cream Onion Chips; Chicken Kiew mit Ananasragout, Brownie; Grüne Soße, Linsensuppe, Rindsrouladen, gefüllte Paprika, Krautplätzchen, Rübenauflauf, Rote Grütze, Apfelsouffle; Wurstsalat, Zwiebelsalat, Obatzda, Kartoffelsuppe, Kaiserschmarren; Spaghetti mit Tomatensauce; Sushi, Hähnchensalat, Ginger Ale; Linsen-Tomaten-Ragout; “Reuben Sandwich”, Lemonade, Creme brulée; Karottensuppe mit Curry, Knusperlachs auf Thai-Salat, Weiße Mokkacreme.

Details folgen. Bis später.



LAND OF LUNCH: Schulschmarren

Freitag, 30. September 2005

Das Praktische an der Weltmarke USA ist, dass man nur ein paar Begriffe aus seiner Markenwelt nennen muss, schon steigen Bilder auf. Zum Beispiel meine beiden vorletzten Mittagessen: Business Lunch barfuß im Park an der Fifth Avenue bei Veggie Gumbo & Cranberry Juice. Oder: Einen Salmon Bagel aus einem Deli an der 34. Straße, verspeist im Überlandbus bei Baltimore. Über die 24 Stunden dazwischen könnte ich jetzt lange erzählen, was ich uns aber erspare – zu überwältigend, um es aus dieser kurzen Distanz in kurze Worte zu fassen. Kommt dann als Special zum Director’s Cut von LAND OF LUNCH.

Doch welches Bild baut sich da auf: Mittagessen in Washington bei Kaiserschmarren im Lehrerzimmer? Beginnen wir mit dem Morgen. Da stand ich um halb neun vor 54 Drittklässlern in der Aula der Deutschen Schule und erklärte, was ein Schmarren ist. Und dann kamen sie immer zu neunt im Halbstundentakt in die Schulküche: Mehlmann und Eierfrau, 1. und 2. Teigrührer, Milchfrau und Zuckermann, Butterking und Mandelrosine und dann noch der Schmarrenmacher. Dann machten wir zusammen Teig und jeder durfte einen Pfannkuchen werfen (nur zwei zerschellten), der zum Schluss gerupft und karamelisiert wurde. Rezept? Kommt im Frühjahr ins Buch.

Drei Stunden und zwei Brandblasen (zum Glück die Deutsche Schule, sonst hätte ich wohl eine Millionenklage am Hals) später hieß es dann um 12 Uhr “Mittagessen!” und irgendwie gelang es tatsächlich, alle 54 süß und satt zu bekommen. Was für ein Spaß! Und was für ein Freude, lauter strahlend stolze Kinder in den gelben Schulbus steigen zu sehen mit dem festen Plan, ihren Eltern aus Fernsehen, Funk und Politik bald mal einen richtigen Schmarren zu machen. Ich durfte sogar eine spontane Autogrammstunde geben! Und mit den Resten ging es dann ins Lehrerzimmer, wo eifrig genascht und mit den Nasen geknackt wurde – mehr möchte ich dazu aus Diskretion nicht verraten.

Nach einem Mittagsschlaf auf der Pausenhofmauer, während warmer Wind den Indian Summer in die Bäume trägt, dann Großeinkauf fürs Wochenende – Rouladen und Gewürzgurken, Grüne-Soße-Kräuter und Rote-Grütze-Beeren fürs Kochen mit den amerikanischen Deutschlehrern im noblen Girls-College Sweet Briar in Virginia. Mal sehen, ob ich da Anschluss finde – ans Internet. Sonst bis Montag.