__WIE KOCH’ ICH EIN BUCH?

Aus dem Urlaubsstapel

Montag, 14. September 2009

Es sammelt sich ja so einiges an, wenn man mal ein paar Wochen nicht im Büro ist. Das können vor allem die Jungs von der Giesinger Brauerei ums Eck bestätigen, bei denen der Paketbote in den letzten Wochen etwa eine halbe Tonne Bücher zwischengelagert hat. Der Grund: Die Basic-Bücher gehen zur Zeit für einen knappen Zehner über den Tisch, weswegen der Verlag vorsorglich gleich mal kräftig nachdrucken lassen hat, inklusive Autorenbelege.

Die aktuelle Folge: Die Basics stapeln sich auch in den Bestsellerlisten, zumindest wenn man diese richtig eingrenzt. Focus hat zum Beispiel eine extra für Ratgeber und da steht das gute alte Cooking auf Platz 7 zusammen mit Vegetarian und Italian unter den ersten zehn. Das finde ich einen schönen Anblick nach all den Jahren. Und wenn ich mir so das Umfeld anschaue, kommen einem gleich ein paar neue Buch-Ideen: „Schlank mit Schaf” zum Beispiel oder „Warum unsere Kaiser Tyrannen wurden” oder „Fette Würste (mit Schafdickdarm, 20 cm)” gefolgt von „Fette Würste müssen nicht sein – Schlank ohne Schaf ”.

Zum Glück gibt es noch den Bestreader-Stapel, und da sind im Urlaub gleich zwei feine Bücher von zwei fein schreibenden Foodbloggern gelandet: Stevan Pauls (Dem Herrn Paulsen sein Kiosk, nutriculinary) „Monsieur, der Hummer und ich”, auf das ich mich schon sehr freue, und Claudio del Principes „Anonyme Köche” nach seinem gleichnamigen Blog, über dessen Lesefahnen ich mich schon sehr gefreut habe, weil wir einen Film drüber gedreht haben – oder haben wir den Film drüber gedreht, weil wir uns so drüber gefreut haben? Dann müssten wir allerdings auch bald einen Monsieur-Hummer-Film drehen, aber wer all die Verlagsverbindungen in diesem Mittagessen aufmerksam studiert hat, kennt zumindest diese Antwort. Für den Rest: lesen, schauen, kochen, essen.

Schön, wieder da zu sein.



Was für eine coole Sau!

Mittwoch, 22. Juli 2009

Manchmal hat Brunch ja auch was Gutes. Es war der erste Weihnachtsfeirtag in Sydney, als wir bei Freunden zum Frühstück eingeladen waren – die Tatsache, dass dieser Tag mitten im Hochsommer liegt und ihn alle im Backyard feiern (kein Hinterhof, sondern der Garten hinterm Haus, im vorderen sitzen nur Ethnics wie wir Deutsche), bewirkt wohl, dass anders als bei uns an Weihnachten nicht die Zugbrücken vor den Familienburgen hochgezogen werden, sondern dass es ein recht offenes Fest ist.


Foto: Brigitte Emmrich

Da stand also ein Tisch voller guter Sachen auf der Terrasse, neben dem der Hausherr ziemlich schlecht grillte (ein bissl schwarz muss es in Oz schon sein), was mir aber bald wurscht war, denn auf dem guten Tisch gab es auch Fleisch, und zwar eins der besten Stücke, die ich in Australien gekostet habe. Was deswegen erstaunlich ist, weil es ein gekochtes Schweinefilet war.

Über den erstaunlichen Eindruck, den ein Stück gekochtes Fleisch in Outdoor-BBQ-Land weckt, muss man nicht reden. Über Schweinefleisch in Australien aber schon. Denn während die dort eigentlich das ganze Jahr draussen weidenden Rinder und Lämmer ganz tolle Steaks und Koteletts liefern, kann man da unten beim Metzger vom Schwein eigentlich nur schwammigen Bacon entdecken (der gebraten in den billigen Frühstückscafes nicht selten Uringestank verbreitet, weil der Australier auch vollreife Eber verspeckt).

Entweder bestehen Australiens Schweine also nur aus Bauchspeck oder der Rest landet in Wurst und Würsten, in denen ich aber eher Sägemehl mit Wellpappe vermuten würde. Eine andere Option wären noch das nationle Heiligtum „Meatpie”, das man an jeder Tankstelle aus der Mikrowelle bekommt, um sich an dem knallheißen Fleischragout im Inneren des lauwarmen Pastetenteigmantels sofort die Zunge zu verbrennen. Aber da soll angeblich vor allem Känguruh drin stecken. Aber das soll eigentlich doch nur an Hunde und Touristen verfüttert werden?

Whatevery – Schweinefilet war zu unserer zeit jedenfalls eine echte Rarität in der australischen Metzgertheke, gutes sowieso. Da blieb einem nur der deutsche Metzger auf der anderen Seite der 4-Millionenstadt oder Chinatown nahe der City, wo man eine feines Stück Schweinefleisch schätzt. Von dort hatte dann auch unserer weihnachtlicher Gastgeber sein Filet geholt, das aufgeschnitten mit ein paar Eischeiben und Kräuter in eine grüne Sauce gebettet war, die unverschämt nach Süden schmeckte und perfekt zu dem sehr, sehr zarten und noch leicht lauwarmen Fleisch passte, dessen Rosa wundervoll mit Dottergelb und Kräutergrün harmonierte und an diesem Weihnachtssommertag das Allerbeste war, was ich mir vorstellen konnte.

„Wü haft Du daf denn gömafft?” fragte ich den Gastgeber begierig kauend bzw. „Hau död ju du zöt?”. Er verriet es mir, ich habe dann noch ein bisschen dran rumgeschraubt und es nach mehreren Erfolgen auf kalten Buffets und an heißen Sommertagen in „Ich koche…” aufgenommen. Und als sich gestern ein Arbeitsbesuch gegen zwölf im Kochbüro angesagt hatte, habe ich das Ganze in so kurzer Zeit angesetzt, dass ich nicht mal ins Schwitzen kommen konnte. Und die Idee zum Tomatensalat mit viel frischem Oregano dazu war mir gekommen, als wir letzten Freitag… ach, ein anderes Mal.Hier jetzt erst mal das Rezept für Schweinefilet grün (nur entfernt verwandt mit Forelle blau). Kann man auch gut (nicht: schön) in den Biergarten mitnehmen.



Meat the Basics in Würstchentown

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Wenn Ihr das lest, hatte ich sicher schon meine erstes Paar Echte Frankfurter Würstchen, dem traditionellen zweiten Frühstück auf dem Bahnweg zur Buchmesse. Weil ich mehr als drei Tage dort nicht durchstehe, fand die Verleihung der Silbermedaille für Indien Basics durch die Gastronmische Akademie Deutschlands ohne mich statt, aber Tanja Dusy hat eh das meiste dabei gemacht und war gestern dann auch da.

Dafür bin ich am Samstag noch da, um Küchengöttin, Filmpartnerin und Basic-Model Maike (die oben in der Mitte) beim Kochen von einem Geschnetzeltem mit Vanillesauce aus Cornelia Schinharls Meat Basics zu helfen. Klingt schräg, wird aber so lecker wie lustig, was wir bei der Generalprobe mit perfekter Sparringspartnerin feststellen konnten. Wer es selbst erleben will: kommenden Samstag um 11, 14 und 16 Uhr in der Halle 3 am GU-Stand, der nach mehrfacher Aussage nicht zu übersehen sein soll.

Wir werden (uns) sehen – und dafür vielleicht nicht sooo viel hier lesen in den nächsten Tagen.