Archiv für November, 2007

Die Götter müssen versteckt sein

Freitag, 30. November 2007


Wo sind sie denn alle, was ist denn bloß los…


…warum ist es so leer in der Küche?


In der Messerschublade ist auch keiner…


…im Backofen nur Hühnerteile…


…zum Teufel, was ist denn da hinten los?


Ah, das könnte ein Weg sein…


…mal sehen, wohin mich das führt.


Bin ich jetzt im Himmel? Oder in der Hölle?


Und kommen die vom Mars?


Und jetzt?

Bleiben Sie dran auf unserer Suche nach den Küchengöttern – mehr an dieser Stelle im Laufe des Wochenendes.



Wien, nicht ganz allein

Freitag, 30. November 2007


Für einen Tag auf Krankenbesuch in Wien, mit dem Nachtzug hin und wieder zurück, dazwischen Kaffeehaus und Krankenhaus, Tram und U-Bahn. Eigentlich gar nicht an der Luft gewesen, nur mit einem Menschen geredet, froh, dass es ihm besser geht, als es am Telefon klang. (+++leiwand is, ++a rechte Hetz, +is scho guat, – schleich di)


Montag, 7.13 Uhr: + Nach 1 Stunde Herumtrödeln in der Bahnhofshalle öffnet endlich das Cafe Westend, in der Familie einst der traditionelle Warteplatz auf den Nacht- oder Autoreisezug nach Frankfurt. Heute ein kleines Frühstück mit Tee, oje. Dafür steht auf dem österreichischen Packerl zur Kaisersemmel „Aprikosenkonfitüre” statt Marillenmarmelade.


14.14: +++Pferdeleberkässemmel mit richtigem Käse in der U-Tram, erinnerte mich frappierend an meinen ersten Cheese Burger von Wimpy’s in Brighton


14.48: + Wiener Wurstsemmel im Krankenhaus, damit könnte ich es vielleicht bis zum Kollegen hier schaffen.


15.18: +++ Schwedenbomben zum Nachtisch – die besten Industriemohrenköpfe, die ich kenne. Sogar dass auch die Kokosbomben anders als bei uns mit dunkler Schokolade sind, finde ich gut.


19.02: ++ Schwertfisch Carpaccio mit Limette im Roten Elefanten (schon heute Mittag hatte ich Lust auf Sushi, aber dann kam es zum Leberkäs). Schön ruhig hier. Doch noch mit einem anderen Menschen geredet, was auch froh machte.


21.03: + Würstel mit Saft (=Sauce vom Gulasch) und ein Seidl Bier im Cafe Westend


22.16: + Kleiner Mokka aus dem Vollautomat (?) im Cafe Westend


23.53: +++ Sportgummi von Egger im Wiener Westbahnhof – diese Weingummis schlagen sogar noch Basset’s


0.48: ++ Betthupferl im Imré Kalman von Wien nach München

Achtung: Später kommt hier noch ein Rätsel



Parallelwelt an Erde UND Cordon Bleu vom Karpfen

Mittwoch, 28. November 2007

Wenn man es drauf anlegt, kann man ja seine Tage hier wirklich wie in einer Marskolonie verbringen, durch klimatisierte Röhren in von Kunstlicht erhellte Hallen sausen, während draußen der Planet roh und gefährlich lauert. Dazu muss man kein Internerd sein, es reicht auch, sich zwei Tage lang im Süddeutschen auf der Showbühne von Kochmessen zu verdingen und dann noch einen Unfall mit der Familie dazu zu nehmen, der einen in der dritten Nacht ins Österreichische katapultiert. Start der Diashow aus der Parallelwelt ist…jetzt:


Samstag, 10.09, Kost und Logos im Speisewagen München-Stuttgart


11.32: Der Älteste isst Frankfurter Würstchen. Mit Ketchup!


11.32 + 15 Schrecksekunden: Die Dame gegenüber ruft sofort die Polizei.


12.13: Espresso und Twix White am S-Bahnsteig Stuttgart Hauptbahnhof-Messe (vorbildlich: Sie haben dort Kiosk am Bahnsteig)


13.35: Lustige Österreicher auf der „Lust auf Genuss”


13.36: Ernsthafte Köche beim Finale in der dortigen Kocharena


16.11: Chill-Lunch mit Müsli


16.15: Paris Hilton beim Abräumen ihrer eigenen Schaumweinbrause


18.02: Ben & Jerry im IC von Stuttgart nach München


Sonntag, 16.39 auf dem Kochgeflüster: Shane von Shane’s Kitchen auf dem Weg zu seinem irischen Fusionslamm, dahinter Florian Lechner vom Moarwirt beim Verteilen von Weißwurst-Gnocchi, was schlimmer klingt als es ist – Knödel vor allem aus Petersilie, Liebstöckel und geriebenem Toast, wenn ich es zum Schluss richtig verstanden habe. Fand ich gut.


Foto: Juscha Deumling
Sonntag, irgendwann: Wir bei Lunch statt Brunch 2. Im Vordergrund das gegrillte Müsli, dass aus Zeitmangel auf dem Blech statt in Schälchen in den Ofen kam, in dem dahinter gerade noch ein Cordon Bleu vom Waller zum Wohlgeschmack reift. Der Blick nach oben bittet um Beistand, nachdem ich mich gleich nach 5 Minuten mit fremden Messern geschnitten hatte, beim Ruf nach Pflaster vom Publikum damit Beworfen wurde wie mit roten Rosen, anschließend noch nach Schnur rief und die auch bekam, bis ich schließlich doch noch alles vorne beisammen hatte, was hinter der Bühne gefehlt hatte. Unter anderem auch Stefanie und Alex (ganz rechts), die mir als fähige Assistenten zur Seite sprangen – Alex engagierte ich erst beim zweiten Aufruf, und der Junge erwies sich als Glücksgriff, den sollten die Talentscouts im Auge behalten.

Ich selbst habe an diesem Wochenende mehrere gute Vorsätze gefasst. 1.: Koch nie mehr alleine und habe wenigstens einen dabei, der Dir ein paar Fragen stellt – eine Stunde vor Publikum kann verdammt lange sein, wenn man kochen und reden und suchen und verarzten zugleich muss. 2.: Koch trotz der Stunde und des Beistands kein Dreigang-Menü, vor allem wenn Du zeigen willst, wie leicht und locker das ist. In der Praxis ist es das nicht. 3.: Schau, dass es gut aussieht. Müsli vom Blech tut es eher nicht. Der Fisch war schön und gut, und mit was schönem dabei hätte er es sicher auch getan. Und hier ist das Rezept dazu: Den gesamten Eintrag lesen »