Archiv für August, 2008

Keine Elek für Anku an Zafi für Wowa

Freitag, 29. August 2008

Eigentlich wollte ich heute die Geschichte von Wowa erzählen. Wowa ist ein Wohnwagen aus 1976, den ich mir mit der Performancekünstlerin Ruth Geiersberger beruflich teile. Sie hatte ihn per ebay ersteigert für ihre Kunstaktion zur WM 2006 Im Abseits – Boxenstopp, ich stieß auf ihn, als wir nach dieser Aktion einander vorgestellt wurde und uns erst darüber unterhielten, „dass wir mal was zusammen machen sollten”, wie man unter Kreativen so sagt. Dann sah ich die Bilder vom Boxenstopp und bewunderte den Wohnwagen (über das warum auch ein anderes Mal) und sie meinte, ob ich ihn brauchen könnte. Ich sagte ja und sie sagte dann doch nein und wir einigten uns darauf, dass ich Wowa aus dem Landshütischen Unterstand zurück in die Stadt hole und durch den TÜV bringe, und dann darf ich ihn mitbenutzen. Lustiger Haken: Ruth hat kein Auto, ich hatte keine Anhängerkupplung. Bis zu dieser Woche. Womit wir bei der Geschichte sind, die ich nun erzählen muss.

Am Montag geht es mit Wowa und den Jungs an den Gardasee, klassischer Initationsritus für einen 70er-Jahre-Wohnwagen (wahrscheinlich war er eh schon da). Was nun mal ohne ein Anhängerkupplung (nennen wir sie ab jetzt „Anku”) nicht geht. Als ich im Laufe mehrerer Wowa-Umschichtungen im Münchner Stadtgebiet einmal an einen taxifahrenden Dolmetscher-Ungarn mit Anhängerkupplung geriet, gab der mit den Tipp, mir meine Anku bei einem Händler in Augsburg zum Selbsteinbau zu besorgen, da könnte ich eine Menge sparen.

Als es Anfang August ins Hessische ging, erinnerte ich mich wieder daran und an meinen damaligen Plan, das den Landmaschinenschwager erledigen zu lassen. Anku wurde also von Augsburg in den Vogelsberg gesandt, wo der Schwager sie einbaute, aber die Elektronik (Elek) nicht mehr schaffte – 20. Hochzeitstag am 8. 8. 08. So reiste Anku mit einem Kistchen Elektrischem zurück nach FFB, wo eine Werkstatt am Dienstag den Rest erledigen sollte. Nur leider stellte man da dann fest, dass die Elektronik für einen Fiat Stilo, nicht aber für einen Opel Zafira geschaffen war.

Die Werkstatt hätte das fragliche Teil sogar da gehabt, aber dann hätte ich es ja noch mal kaufen müssen. Und ich wollte doch sparen! Also in Augsburg angerufen, dort eher Genervtheit als Zerknirschung, dreimal die Frage nach der Kundennummer und dazwischen immer wieder Papiergeraschel und Gestöhne, vielleicht würde man es bis Freitag schaffen. Ähem, ich möchte am Montag fahren, und mein Fehler ist es ja nun nicht gerade…

Tatsächlich kam Ankus neue Elek dann schon am nächsten Tag an – allerdings beim Landmaschinenschwager im Hessischen. Neuer Anruf in Augsburg, mürrische Genervtheit (Er: „Ich find da keinen Vorgang hier”, ich: „Das wundert mich nicht.”), die schließlich in gemeinsames Wehklagen über schlechte Mitarbeiter mündete (ich hatte zu verstehen gegeben, dass ich am Freitag extra mein mittelständisches Unternehmen hier schon einen Tag früher schließe, um das mit Wowa, Anku und Elek über die Bühne zu bringen). Wir einigten uns darauf, Elek per Nachtexpress nach FFB vor die Tür zu legen, „aber ohne Garantie, dass es keiner klaut.” Die konnte man mir auch in FFB nicht geben, aber es sei noch nie vorgekommen.

Trotzdem war Elek heute morgen nicht da, als ich anrief. Es kam dann zu einer ersten echten Reiberei mit dem Mürrischen in Augsburg, die dann aber schnell in ein Wir-sitzen-ja-alle-im-gleichen-Boot-Gefühl mündete. Anruf beim Nachtexpress, der habe das Päckchen heute morgen um halb acht auf die Nachtbox in FFB gelegt. Anruf beim Meister in FFB, „ich gehe jetzt mal nach vorne”. Rascheln, Kiesknirschen, „is da a Packerl gwesen?” Ich höre aus dem Hintergrund eine Frauenstimme mit den Worten „Opel Zafira” und „Elektronik” und versuche, mir nicht vor Erleichterung die Hose nass zu machen, als der Meister sagt: „Na, do is nix.” Ja wie? Keine Elek für Anku an Zafi für Wowa? „Ja achso, die is da. I thought you were challenging me to a fight to the death”.

Ich bin echt froh, dass ich Montag in Urlaub fahre. Aber vorher erzähle ich noch, wie es ausgegangen ist. Wenn ich nicht durch ein Tablett gestorben bin.



Ach, Stern…

Donnerstag, 28. August 2008

…muss das denn jetzt wirklich noch sein:

Ab sofort ist das neue Humorportal mit schrägen Videos, irren Gags und täglich neuen Cartoons online. In der “Interaktiv”-Rubrik können Sie selbst mitmachen und Ihre Kreativität unter Beweis stellen. stern-Cartoonisten wie Til Mette oder Tetsche fertigen Cartoons an, denen die User eigene Bildunterschriften geben können. Die witzigsten Vorschläge werden mit Sachpreisen prämiert.

Und dann das:

Humorchef (!) Dieckmann wagt auf stern.de zudem ein Experiment: die Wiederbelebung des klassischen Stammtischwitzes als neues Videoformat. Jede Woche erzählen sich Dieckmann und stern-Cartoonist Til Mette den “Witz der Woche”.

Und erst recht das:

Verantwortlich für das neue Portal ist stern.de-Humor-Redakteur Tobias Schülert: “Ich möchte den stern-Humor Internet-kompatibel machen und durch neue Formate wie Videos und User-Einbindungen ergänzen.” Schülert zeichnet nicht nur selbst Cartoons, sondern hat in den vergangenen Monaten auf stern.de auch sein eigenes Comedy-WebTV-Format “Klatsch for Lunch” moderiert.

Jetzt wisst Ihr auch, wie ich drauf gestoßen bin. Klatsch for Lunch. Soso. Genauso witzig wie der Satz: „Ich möchte den stern-Humor Internet-kompatibel machen und….” Hört auf, ich kann nicht mehr. Das muss ja wirklich ein irre schräger wiederbelebter Haufen da oben an der Elbe sein, jede Kaffeepause eine Zwerchfellattacke, jeder Kantinenbesuch ein Schenkelklopfer, jedes Mail ein Schmunzler, das ganze Großraumbüro von 9 bis 5 mit Tränen in den Augen und gehaltenen Bäuchen vor Lachen und nach Feierabend geht es für die alten Lachsäcke natürlich nur mit der Polonaise nach Blankenese zum Ablachen in die Humorchefvilla. Hier das wahre Elend der Pressemitteilung.

Und wenn jetzt jemand sagt, dass alles ist doch ironisch gemeint, dann heule ich.



Alles Roger

Mittwoch, 27. August 2008

Er schnüffelt am Po. Er wedelt mit dem Schwanz, wenn er sich freut. Er apportiert, wenn es sein muss, stundenlang. Er hechelt, wenn es warm ist. Er folgt mir bei Fuß auf Schritt und Tritt. Er springt an mir hoch, wenn ich zur Tür hereinkomme. Er hört aufs Wort, vor allem auf „nein”. Er vergräbt gerne Sachen. Er rauft. Er beißt, vor allem in Schuhe. Er knurrt. Und schnurrt. Er ist ein Kater.