Archiv für Oktober, 2008

Beim Oezi zu Mittag

Freitag, 31. Oktober 2008

Wenn einen mittags um halb eins die U 3 unters Olympiaeinkaufszentrum spuckt, könnte man fast vergangenheitsverklärend bis kulturpessimistisch werden und irgendwie froh darüber, nicht heutezutage am Rande der Großstadt in die Schule gegangen zu sein, wo man sich inzwischen nach US-Vorbild „at the mall” trifft und raunend bis keifend in Rudeln herumläuft, während sich Angestellte und Kleinfamilien auf den Bänken drängen, die Kunstpalmen- und Messingspringbrunneninseln umlaufen, wo die Gestrandeten dann Rücken an Rücken jeder für sich weit vorgebeugt in schuhsolenlange Pizzadreiecke, in Salamicroissants oder Leberkässemmeln beißen, während sie ihre Jacken vor lauter Hitze in die Armbeugen klemmen.

Wir folgen da lieber den Rentnern und Müttern, die sich weiter oben auf der geschlossenen Terrasse des Cafe Rischart sammeln, wo in den Tischen kleine Vitrinen mit Plastikherbstlaub auf rotem Kies eingelassen sind. Nachdem die Kellnerin dem alten bückbehinderten Mann am Nebentisch die Wasserschüssel für den Hund trotzdem nur auf den Stuhl stellt und wir fasziniert zuschauen, wie er das Ding fast ohne Überschwappen doch noch zu Boden bringt, ist sie auch schon bei uns. Ich nehme ein „Tiroler Brot” nicht ohne zu fragen, ob das nicht eigentlich der gute alte Stramme Max wäre? „Jo gänau”, sagt die Dame in der Schürze. Der ist dann aber doch mit Kräuterfrischkäse unterstrichen und mit kross gebratenem Speck belegt, gut war er schon. Espresso gibt es dann aber doch lieber vom Segafredo, wo nicht der Vollautomat droht, sich dafür Personal und Theke lustig im Weg stehen und unsere Bedienung fröhlich lacht, als mein Schokoladenpapierl sich wieder entfaltet und aus der Tasse heraushüpft, während ich zahlen will. Ein fideles Kaufzentrum ist das hier.


Aber sollte man da nicht mal den Tierschutzverein rufen, Abteilung Artenschutz? Oder ist es gar ein Verstoß gegen das Urheberrecht von Disney, Abteilung A- bis B-Hörnchen (A = Auszogene)?



Feinkost Stopp, Sailerstraße 4, 80809 München-Nordnordschwabing

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Ich konnte es auch kaum glauben, als wir von der brüllenden Schleißheimer Straße abbogen, kurz bevor sie auf den Mitteleren Ring und das BMW-Werk prallt, und erst einmal in einem marktgemeindeartigen Villenviertel standen, um dann ein paar Ecken weiter in einer Berlinerischen Kiezmeile zu landen, mit kleinen Alleenbäumen, Gemüsetürken und jenem Feinkoststopp, durch dessen Schaufenster man die Metamorphose vom Tante-Emma-Laden zur verzweifelten Rumpelkammer zum noch verzweifelteren Künstlerladen auf einen Blick beobachten kann, als wäre es in Kunstharz gegossen. Liegt hier vielleicht der Stoff für einen Entwicklungsroman mit scheiterndem Ausgang? „Gladius dei 2008” – Feinkostsohn mit Kunstsinn steckt fest zwischen Sein und Wollen? Oder war es diese Erzählung von Hesse mit dem philosophischen (?) Friseur? Oder ist es doch eher William Kotzwinkles „Fan Man”. Oder doch einfach nur: ein still verstorbener Lebensmittelladen? Aber die Schmetterlinge…!


Ein paar Schritte weiter ist das gewachsene Idyll schon wieder vorbei, denn dann liegen da schon wieder die gezähmten Alpen in der 70er Jahre High-End-Version: der Olympiapark.


Diesmal mit Mordfall – mehr dazu im nächsten Tatort, Der Alte, Der Kommissar, Derrick, Mein Freund Robbie, Olympiapark Cops oder sonstigen Münchner TV-Polizeiberichten. Hier schon morgen: Zünftig zu Mittag essen im Olympia Einkaufs Zentrum



Wo ist das?

Dienstag, 28. Oktober 2008

Diese Woche mache ich ein bisschen Urlaub jenseits der Isar und habe dabei diesen Laden hier entdeckt. Sieht ziemlich typisch nach was aus, finde ich. Wo liegt er? Ein Tipp: Hamburg und Frankfurt sind es nicht, denn die waren ja gerade dran.