AUS MÜNCHEN Heilige Nacht im Heim

Heute ist hier DER sTADTNEUROTIKER zu Gast – mit einem schönen Mitbringsel aus seinem eigenen Blogleben im Rahmen des Blogwichtelns von ISARSTADT.de. Sein Kommentar zur Gabe “Es ist mir gelungen, Essen und Weihnachten unter einen Hut zu
bringen. Mit München hat der Beitrag insofern zu tun, daß sich das Schauspiel
in München zuträgt…” Alsdann (leider noch ohne Bild, da ich selbst in Wien im INternetcafe bin und es nicht reinkrieg):

Heilige Nacht im Heim

Der Dienst am Heiligen Abend gehört zu den den schönsten Arbeitstagen im ganzen Jahr. Für die Kolleginnen, die mit Familie reich gesegnet sind, ist der 24.12. allenfalls noch als Frühdienst attraktiv, kann man so eventuell dem heimischen Baumschmücken entgehen.

Die am Heiligen Abend Unverpflichteten dürfen sich auf den Spätdienst stürzen, der eigentlich schon viel früher beginnt als an diesem Tag um 13 Uhr.
Dabei ist eines ganz wichtig: man spricht sich mit der Nachbargruppe ab, wie denn das diesjährige Weihnachtsmenü auszusehen hat (und macht es dabei nicht besser als die Bewohner, die einen spätestens während des Frühstücks fragen, was es denn zum Mittagessen gebe). Besteht darin Einigkeit, muss geklärt werden, wer was zubereitet, und was dazu von wem eingekauft werden muss.
Das Einkaufen vor dem Spätdienst ist um einiges unangenehmer als der Dienst selber, muss man sich doch am Vormittag der bevorstehenden Heiligen Nacht ins Getümmel schmeißen. Die Kinder sollen ja Frisches und frisch Zubereitetetes bekommen! (Das Mittagessen fällt dementsprechend und entgegen der sonstigen Gepflogenheiten recht bescheiden aus.)

Für dieses Jahr ist vorgesehen:
Spaghetti aglio olio
Gans mit Blaukraut und Knödel
Mousse au chocolat oder Tiramisu (das müssen die Kolleginnen aus der Nachbargruppe noch unter sich klären)
(Dieses Jahr dürfen wir auf keinen Fall eine anständige Geflügelschere vergessen; denn diese chirurgischen Noteingriffe mit minderwertiger Ware beeinträchtigen das Vergnügen ungemein).

Unmittelbar nach Dienstbeginn beginnen die emsigen Vorbereitungen für das Mahl. Im Gang der Nachbargruppe wird die Festtafel hergerichtet. Gegen 15 Uhr kommt die Vorgesetzte mit der Gratifikation für die Diensthabenden. Erst danach schicken wir den Zivildienstleistenden zum Sektholen an die benachbarte Tankstelle.
Einige Bewohner werden noch für den Besuch der Weihnachtsmesse in der Herz-Jesu-Kirche fein gemacht, während der Vogel es sich im Ofen kommod macht. Hoffnungslos überfüllt machen uns die Angestellten des Herrn und die Besucher Platz, so daß auch unsere Betreuten nicht nur Randfiguren des christlichen Krippenspiels sind.
Zurückgekehrt vom Kirchgang geht es mit der Vorspeise weiter. Danach sollte der auch die Gans für den Verzehr bereit sein.
Danach gibt es für die Bewohner die heißersehnte Bescherung. Ich kenne die neuen Kolleginnen noch nicht gut. Vielleicht ist eine musikalisch Begabte dabei, die unseren falschen Gesang mit Gitarre ein wenig aufhübschen kann. Die Nachspeise bildet den letzten kulinarischen Höhepunkt, bevor die alljährlich für 21 Uhr erwartete Nachtwache auch heuer vollkommen unerwartet eine halbe Stunde früher kommt und statt einer kurzen Übergabe emsig in der Küche rumräumende Kolleginnen geboten bekommt.

Weihnachten im Dienst – ich freue mich darauf!



3 Kommentare zu “AUS MÜNCHEN Heilige Nacht im Heim”

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