Zum schmuddeligen Lüngerl
An den letzten beiden Tagen ging einem München echt an die Gurgel, selbst wennn man sich nicht am Morgen durch harschige Spurrinnen und Gleitschneematsch die Schleißheimer hinunter durch die Paul-Heyse-Unterführung radeln musste, wo einen dann fast ein zurückstoßender Mülllaster in sein Inneres aufgenommen hätte.
Als mir deswegen noch beim Bürostartingwertee die Blutpumpe ging, beschloss ich, dem Feind direkt ins Auge zu blicken und nicht nur meinen mittäglichen Arbeitsbesuch in der Innenstadt wiederum mit dem Rad zu wagen, sondern danach auch noch ganz nah an das Grauen heranzurücken. Und dafür gibt es eigentlich keinen sichereren Ort als die Terrasse der Münchner Suppenküche und kein besseres Kanonenfutter als Saures Lüngerl mit Semmelknödel.
Aber weh geschriee, wie man in Hessen sagt: Das Suppenküchenlüngerl, sonst eine kompakte Ansammlung von feingeschnittenen Innerem in mehlgeschwitzter Bratensoße (nicht: -sauce!) mit ordentlich Würz und angemessen Sauer drin war diesmal nur eine dünne Streifensuppe mit unangemessen viel Sauer drin, dem wenig an Würz entgegengesetzt wurde. Und der Semmelknödel dazu war eher eine aufgeweichte Semmel darin. Dafür gab es ein „Das hab’ ich bei Euch schon besser gegessen” bei der Geschirrabgabe, was der Servicemaid das Lächeln gefrieren und den Suppenmann betreten in den Knödeltopf blicken ließ.
Man rief mir dann noch laut ein freundliches „Dankeschön” (für die Kritik ohne Geldrückforderung) hinterher, wobei ich rein sensationsjournalismustechnisch diesen Wortwechsel viel besser gefunden hätte: „Das habe ich bei Euch schon besser gegessen.” „Bei uns? Bestimmt nicht.”
So musste ich halt so wieder hinaus in die freudlosen Marktgassen und mich auf einen Krapfen (mit richtig Zucker drauf!) von der Schmalznudel freuen, den es gleich am Küchentisch daheim geben würde.





22. Januar 2009 um 9:55
Hm… der Link sollte http://www.rettet-das-mittagessen.de/blog/?p=196 heißen, oder? Schließlich will ich den Eintrag ja gar nicht bearbeiten.
22. Januar 2009 um 11:01
Danke, Bernie – schon geändert.