AUS DER KAFFEEKÜCHE: delicious weekend

Heute wollen wir heiter und üppig sein – nicht weil Fasching ist, sondern weil ich Euch einen Tipp fürs Wochenende geben möchte, der nichts mit Fastnacht zu tun hat und trotzdem für Frohsinn sorgen kann. Mit Mittagessen hat er auch nix an der Kappe, garantiert. Denn es geht um: Brunch.

Und ums Mitternachtsessen. Einmal bin ich nach einem so geistreichen wie eloquenten Diner nach Hause gekommen und habe gedacht: jetzt was Gescheites. Also ein Tüte weiße Haribo-Mäuse und eine Cola aufgemacht, den Fernseher angeschaltet, und da war er: Bob Ross. Ein strahlender Zwerg mit einem Heiligenschein aus Haaren, der seit den Siebzigern in einer so luftleeren wie zeitlosen Studiowabe durch den Fernsehweltraum gereist ist, um genau in diesem Moment bei mir anzudocken.

Da stand er also mit einer Malerpalette, wie man sie aus Stummfilmkomödien kennt, vor einer blanken Leinwand, auf der er aus den wirren Mustern, Strichen und Schatten meines Tages in aller Ruhe das Bild einer Hütte an einem amerikanischen Waldsee tupfte. Tupf, tupf, tupf, ging sein Beat, und dazu summte er … Ach, was red’ ich, das lest Ihr viel besser bei Nicky und Oliver nach, die nicht nur die bezaubernde Website „delicious days” machen, sondern dort auch noch in dieser Woche von einem Bob-Ross-Brunch mit Freunden erzählen – das nenne ich mal ein kultiviertes Kostümfest.

Gut, mal abgesehen davon, dass die Seite sehr schön und schlau gemacht ist und sie dort sogar Bücher von uns empfehlen, gibt es noch einen anderen Grund, warum ich sie mag: Sie wird nur zwei Straßen weiter um die Ecke gemacht. Und obwohl es auch hier ums Kochen und Essen, oft sogar Mittagessen geht, zeigt sie eine ganz andere Welt – die der sonnig-relaxten Wochenenden, welche von Einkaufsbummeln, Töpfestreicheln und Totalgenießen bestimmt werden (dass es seine Zeit braucht, das so in Szene zu setzen, ignorieren wir einfach mal). Und weil das Ganze auch noch in Englisch ist und Leser auf dem ganzen Planeten hat (delicious days ist in diesem Jahr in zwei Kategorien für die „Bloggies 2006” in den USA nominiert, die Oscars der Blog-Sphäre), freue ich mich daran, durch sie mal ganz global auf mein Mittagessensquartier zu schauen statt immer nur lokal auf die ganze Welt.

Denn Bilder aus Beton und Geschichten vom Ostbahnhof findet man dort eher nicht so – Fans von feiner Foodfotografie und einer Struktur in Rezepten kommen dafür umso mehr auf ihre Kosten. Gerade richtig für solch ein Wochenende, finde ich, und wünsche Euch ein so frohes wie delikates und vor allem erholsames. Denn in der nächsten Woche heißt es dann auch hier: Helau und Alaaf. Mit Krapfengeschichten, Marktweibertanz und Mutters schlechtesten Witzen.

www.deliciousdays.com
Schöne und gut gemachte Website in Englisch von einem Paar aus Haidhausen, die von ihren Kochwochenenden und Ausgeh-Abenden in München berichten. Bilder zum Anbeißen, Texte zum Wohlfühlen, Rezepte zum sicheren Nachkochen.
Nominiert für die Bloggies 2006 in den Kategorien „Best Food Weblog” und „Best Designed Weblog”



2 Kommentare zu “AUS DER KAFFEEKÜCHE: delicious weekend”

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    [...] ne Kochbuch besitze. Nachtrag zu delicious days und zum Nachtrag: Sebastian Dickhauts Blog entnehme ich, daß delicious days “für die Bloggies 2006 in den Kategorien [...]

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