Fundstücke

Ihr werdet es gemerkt haben – am heutigen Donnerstag bleibt hier die Küche kalt, dafür zwei Angebote für außer Haus:


Mittagessen in Wien
– der Herr Matla ist zwar nicht unser Korrespondent dort, doch macht er sich auf seine Weise um die Kultur des Mittagessens schon alleine da durch verdient, dass er es wie wir hier als Webritual begreift, auch wenn es da meist um die Wurstsemmel geht. Und, was mir besonders gefällt – um die sehr eigene österreichische Zuckerwarenkultur (Fizzers! Milka Naps!! Marillenbonbons vom Heller, durchaus verwandt mit Andre Heller). Ja, die Texte…

Mittagessen in Münster – bei dem ich sogar Taufpate sein durfte. Ich hoffe aber schwer, dass es da auch bald mal was Warmes gibt!

Außerdem hat mir eine Mittagesserin aus Berlin (hier im Kommentar) ein Rezept für thüringische Backofenkartoffeln gesandt, das mich an den elsässischen Bäckeroffa erinnert und das auf die Karte kommt, wenn die Tage kürzer und kälter werden. Noch im Archiv steckt übrigens ein Berner Würstchen Bäckeroffa – sobald das mit den Bildern wieder klappt , kommt er.


Und dann war da noch die Beute vom letzten Sonntagsspaziergang. Ne, kein Quiz diesmal, denn jetzt weiß ich selbst fast alles (beim letzten Mal nämlich gar nicht, jetzt darf ich es ja sagen). Und das Bild ist auch besser. Ab 17 Uhr im Uhrzeigersinn: Quitte am Gehsteig in Biburg, Hagebutte aus dem Wald bei der Kläranlage, Schneckenhaus aus einer Hecke zusammen mit einer Bienenwabe vom Bienenhäuschen daneben (fressen Schnecken Bienen oder Bienen Schnecken?), Vogelbeeren, Apfel (nur welche Sorte?) von riesigem Apfelbaum in der Wiese, in der Mitte 1 Walnuss und 2 Kastanien – allesamt mal wieder ein Beweis dafür, wie exotisch unsere Früchte doch sind. Aber was ist das zwischen 12 und 15 Uhr (wohl kaum essbar)? Farbe ist wirklich so:



6 Kommentare zu “Fundstücke”

  1. Sonja

    AAAAARRRGGGGHHHHHH!!!!!!!!!!
    Warum habe ich dieses (diesen??) Blog erst heute entdeckt?
    Ach ja, diese wunderschönen Früchte gehören Euónymus europaéa (Europäisches Pfaffenhütchen). Hey, sehr hübsch und auch very giftig!

  2. kaltmamsell

    Ist das vielleicht die Frucht des indischen Springkrauts, vor dem wir uns zwengs Verdrängung der heimischen Flora so sehr zu fürchten haben?
    Und Hagebutten: Haben Sie mir einen Tipp, wo ich Hiffenmark aus reifen Früchten bekomme? Das vom Viktualienmarkt ist zwar unbegreiflich preisgünstig (obwohl die Herstellung doch eine Scheißarbeit sein muss), aber sehr sauerbitter – wo ich doch weiß, wie süß die Früchte sein können.

  3. SEBASTIAN

    Respekt, Sonja, das nenne ich einen fulminanten Einstand – sowohl die Begrüßung als auch den Beitrag. Gifitiges Pfaffenhütchen, das passte ja sehr gut zum Kirchweihsonntag – ich glaube, davon hätte ich nach der Gans mal ein wenig naschen sollen, noch am nächsten Mittag war ich völlig satt. Wikipedia ist da übrigens prosaischer und sagt „gewöhnlicher Spindelstrauch” dazu. Dann lieber: giftpflanzen.com.

    Von Indien sagen aber beide nichts, Frau Kaltmamsell, auch wenn das von mir dank Ihres Hinweises entdeckte Springkraut ähnlich farbenfroh ist. Mir gefallen seine Zweitnamen besonders – drüsiges oer ungeduldiges (impatiens?) Springkraut. Auch sonst ganz großartige Stichworte bei den Wikis, wonach sich dieses Kraut als Saftdruckstreuer mit männlichen Racheblüten durch Schleudermechanismus fortpflanzt. Diese Flora!
    Was das Hiffenmark (für außerbairische: Hagebuttenmark, klassisch als Krapfenfülle und süßer Brotzeitaufstrich) angeht, empfehle ich jetzt mal ungeprüft den Rottler am Markt (der bessere Kräuterstand neben dem großen am Maibaumeck), der durchweg gute eingemachte Sachen hat. Gerade gestern Abend habe ich mir einen Sandwich mit seinem Chutney aus gesalzenen Zitronen geschmiert und war richtig gerührt, so herrlich war das – unbedingt probieren, wenn man so was mag! Noch mal zur Hiffe: Ich kenne dieses bittere Zeug aus dem Eimer am Markt auch, dachte aber immer, das wäre nur die Grundsubstanz zum Selbereinkochen. Hat vielleicht jemand sogar ein Rezept für selbstgemachtes Hiffenmark?

  4. Petra

    Selbst habe ich es noch nicht ausprobiert, aber das steht diesen Herbst an: Das Hagebuttenmark (ohne Zucker) zu gleichen Teilen mit Zucker (unter ständigem Rühren) einkochen – empfiehlt Ingeborg Münzing-Ruef in ihrem “Kursbuch Ernährung”. Meine Freundin Ina gibt noch einen Hauch Zimt an diese Marmelade, lecker, lecker.

  5. SEBASTIAN

    Merci, Petra. Aber wie macht man das Mark selbst, Rest der Welt? Etwa so? Oder doch eher so?

  6. ullrike

    Mein Mutter hat die Hagebutten erst entkernt, dann gekocht und dann passiert. Es war immer eine Sauarbeit, aber lecker. Beim Rotter schmeckt sie auch sehr gut.

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