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Gerettet – die 7. FREITAGSKÜCHE: Mein schönstes Ferienessen

Freitag, 20. August 2010


Soupe Pistou? Sebastians Schweinshendl? Somloer Nockerl? Was am letzten Ferienfreitag aus der Hukodi-Küche kommt, ist noch eine Überraschung.

So kann’s gehen: Nach dem wir beim Sydney Summer Lunch uns ganz auf unsere 16 FREITAGSKÜCHEN-Surfer (Rekord Nr. 1) konzentrieren mussten und so erstmals zeitgleich am Start stehende zehn Cafe-Gäste nur bei Kaffee & Kuchen am Strand trösten konnten, schnauften wir einen Tag nach dem herrlichen Adrenalinwellenritt „im September machen wir mal Pause.” Worüber wir aber nicht mit unseren Gästen redeten.

Und so haben sich nun schon drei Parteien blind angemeldet, und das so von Herzen, dass wir es nicht über das gleiche bringen können, dass diesmal nix is. Also dann: Am 3. September von 13 bis 15 Uhr läuft unsere 7. FREITAGSKÜCHE unter dem Motto „Mein schönstes Ferienessen”. Das heißt, wir servieren ein Menu Surprise mit lauter Prisen aus den letzten Ferien, die unter anderem am Gardasee und im Friaul, bei den Ungarn und den Slowenen, in Griechen- und im Burgenland sowie immer wieder in der Provence stattfanden. Vielleicht gibt’s aber auch ein paar schillernde Souvenirs unserer kulinarischer Kopf- und Fantasiereisen der letzten Zeit von BBQ bis Bollywood.

Und wer weiß, vielleicht holen wir uns noch eine Urlaubsbekanntschaft mit an den Herd – vieles ist möglich bei dieser Jazzferienfreitagsküche, die jetzt schon Kult zu werden droht wie der Samstagmittag im Tantris oder der 11-Uhr-Espresso im Charlie, unseren neuen Nachbarn und alten Bekannten, zumindest von Hu & Ko. Was das jetzt heißt und noch viel mehr, erfahrt Ihr am kommenden Freitag, bei dem trotz aller Wundertütigkeit wie immer gilt: 3 Gänge mit Wein, Wasser und Kaffee für 35 Euro, Reservierung ist erforderlich unter hukodiATsebastian-dickhaut.de. So kann’s gehen.

Die 7. FREITAGSKÜCHE: Mein schönstes Ferienessen
3-Gang-Menu-Surprise inklusive Getränke für 35 Euro
am 3. September von 13-15 Uhr im HUKODI
Untere Weidenstraße 14, Untergiesing

11. Juni: Bairischer Sommer in der Freitagsküche

Freitag, 28. Mai 2010

„Wäre er jünger, wäre er ein Foodblogger”, sagt die Schwiegertochter über Horst Maisel, der von der ersten Freitagsküche an Stammgast bei uns ist. Ein echter Bayer, für den das Finden von guten Lebensmitteln und die Zubereitung reeller Speisen daraus ein Lebensaufgabe ist, vor allem seit er in Pension ist. Und wenn er nicht sucht oder kocht, redet er mit einem darüber. Wäre er kein Bayer, wäre er ein Italiener.

Bei unserem Japanischen Hausküchenfest erzählte uns Horst Maisel von seinem Hausrezept: Salzbraten. Ein ordentliches Stück vom Schwein, das auf eine Schicht Salz gebettet, in den Ofen geschoben und dann erst einmal vergessen wird – bis er es Stunden später schmalzzart aus der Reine hebt und tranchiert.

Das wird er bei der nächsten Freitagsküche für uns tun, die wir mutig unter das Motto „Bairischer Sommer” gestellt haben. Vor Horst Maisels Salzbraten gibt es eine Suppe aus jungem Junigemüse und Grießnockerln, danach die bairischen Antwort auf die Hamburger Rote Grütze – zubereitet von Hukodi-Küchenchef Sebastian Dickhaut und auf den Tisch gebracht von Hukodi-Servierchefin Catherina Conrad.

Dazu gibt es Giesinge Bier, Frankenwein, Münchner Wasser und guten Kaffee, alles zusammen für 35 Euro, wie immer mit Voranmeldung unter hukodiATsebastian-dickhaut.de. Den ganzen Tag von 11-18 Uhr ist unser Freitagscafé geöffnet, wo wir hausgemachte Kuchen, einen gscheiten Juni-Eintopf sowie Feinkost und Kunsthandwerke zum Mitnehmen anbieten.

Also, meld’s Euch an, ein paar Plätze sind noch frei am Zwölfertisch.

Bairischer Sommer in der Freitagsküche
3 Gänge mit Bier, Wein, Wasser und Kaffee für 35 Euro
am 11. Juni von 13-15 Uhr

Bunte Junisuppe von der Kommode

Salzbraten nach Art Horst Maisel
mit Mutters Kartoffelsalat

Sommerbeerensalat mit Biersabyon

im Hukodi, Untere Weidenstraße 14, Untergiesing.

Anmeldung bitte unter hukodiATsebastian-dickhaut.de

P.S.: Inzwischen hat auch die SZ eine Freitagsküche – herzlichen Glückwunsch, auf eine Gastroseite warten wir schon seit vielen Jahren, und vielleicht gibt es in den nächsten dann auch eine für München? Eine hiesige Legende sind wir zwar noch nicht, freuen uns aber immer, die SZ zu einem Willkommenstrunk einzuladen.

Vom Laberl zum Nockerl

Mittwoch, 3. Dezember 2008

War das knapp? Och, no jo, bei einer Wahlbeteiligung von vier Leuten zwei Stimmen auf sich zu vereinen, das sind immerhin 50 Prozent. Aber wenn nur eine Partei in der Opposition eine Stimme mehr gehabt hätte, wäre es zum Patt gekommen. Ich danke jedenfalls den Kommentatoren des letzten Mittagessens, dass sie genau das Gericht mehrheitlich gewählt haben, dessen Entstehung ich fotografisch begleitet habe: Salzburger Nockerl – oben als fertiges Tellergericht zum 1. Adventsmittag (mit Zwetschgenröster von Staud) und in der entscheidenden Anfangsphase beim Eiertrennkurs für den Ältesten mit dem alten Eiweiß-erst-in-die-Tasse-dann-in-die-Schüssel-Dreh…


…was sich bei sechs zu trennenden Eiern auch empfiehlt, denn Ihr wisst ja – das Fett vom Eigelb macht es dem Eiklar schwer, schaumig und vor allem schneeig zu werden, was es hier tun muss. Als ein Eigelb wegen perfektionistischer Trennlehre beim Ältesten ins Weiße floß, gab es einen kurzen Vortrag vom Vater über den Mut zur Lücke beim Kochen, gefolgt von dem Beschluss, dass es auch mit 5 Eischnee klappt (wir hatten nur sechs Eier) und der Erkenntnis beim zweiten und letzten Malheur, dass eine kleine Spur Gelb in fünf Weiß noch nichts verhindert.

Weiter Zutaten: 170 ml Milch (das Grundrezept aus Sweet Basics geht von 7 Eiern und damit 200 ml Milch aus) die mit 50 g Butter und 1 Päckchen Vanillezucker (die geforderte geschlitzte und gekratzte Schote war nicht da) in der Form in den 250 Grad (keine Umluft!) heißen Ofen kommen, während der Eischnee mit 2 EL Zucker an- und dann mit 2 weiteren EL steif geschlagen wird – was wir mangels E-Rührer mit der Hand machten, bin jetzt noch stolz drauf.

Nun wurden 1 EL Vanillepuddingpulver (Stärke plus) und 1 EL Mehl gemischt und die Eigelb mit der abgeriebenen Schale von einer halben Bio-Zitrone (die ich einfach mal dazu erklärte), na ja, eigentlich wurde eine ganze Zitrone zur Hälfte abgerieben, aber schreib das mal in ein Rezept, da gibt es gleich Diskussionen mit der Lektorin. Der muss ich jetzt übrigens sagen, dass mit dem Einzug der neuen US-Superreiben in unsere Küchen die Zitrusschalenabriebe noch mal neu gewichtet werden müssen. Ich habe ja wegen einer abgehobelten Fingerkuppe, die meine Mutter damals sogar den Krankenwagen an den Gurkensalat holen ließ, ziemlichen Respekt vor diesen neuen Reiben, und dass Nicky Delicious mir beim Geschenküberreichen vor ein paar Wochen sagte, dass ich den Schutz lieber weglassen soll, weil die meisten Verletzungen gibt es beim Runterziehen und Draufschieben – das hat mich nicht beruhigt. Nun aber liess ich meine gute alte billige Handblechreibe (deren Spitze ideal zum Käsespanhobeln ist) im Eck und griff zur MP-Reibe und zur Zitrone, und wupps, schon war ich am Weißen, aber zum Glück nicht mit Rot. Die Nockerl schmeckten dann auch arg zitronenschalig. Also: mit der MP reicht das Viertel einer Zitrone.

Aber vor dieser Erkenntnis kam erst einmal das Vermengen, Unterheben, Unterziehen, nennt es, wie Ihr wollt, nur seid behutsam: Eigelb übers Eiweiß geben, Pudding-Gemisch darüber und nun mit einem Lochlöffel tief hineinstoßen und den Eischnee von ganz unten hoch holen und mengen/heben/ziehen, bis sich alles gerade so vermischt hat und noch genug Luft drin ist. Nun drei Berge in die heiße Vanillebuttermilch setzen, ab in den Ofen auf Mitte und 8-10 Minuten warten, bis es sich plustert und an den Spitzen gebräunt ist und hoffentlich innen noch ein bisschen cremig, aber nicht flüssig, aber auch noch nicht trocken – diesen Punkt zu erwischen ist die einzige große Kunst bei den Nockerln. Wir waren ein klein bisschen drüber, aber trotzdem sehr froh, auch über den Puderzuckerschnee…

…mit denen das dann wirklich ein bisserl wie die Berge um Salzburg aussah, die dem Ganzen den Namen gegeben gehabt sollen müssen worden gekünnt. Oder so.

P.S.: Bin gerade ein bisschen am Experimentieren mit der neuen Oberfläche, daher die Fitzbilderbogen. Aber klickt mal drauf!