ANSICHTSKARTEN: Rom, heilende Stadt ODER Drink, Pray, Walk

“Der muß auch mal zum Psychopathen!” hatte die alte Dame immer zu meinem Bruder gesagt, wenn er sie als Zivi zum Arzt chauffierte und sich dabei jemand öffentlich daneben benahm – ob nun auf der Straße oder in den Nachrichten. Mein Vater war Psychiater, also der, den die Dame mit diesem familienwortschatzwerten Spruch eigentlich meinte. Und der hat immer gesagt: “Jeder Mensch muss in seinem Leben eine Therapie machen. Mindestens.” Er war übrigens alles, nur kein Geschäftsmann, falls Ihr das jetzt denken solltet. Und er ist am Freitag vor 12 Jahren gestorben.

Roma
Römisches Souvenir: Diese Karte prangte noch ein paar Tage nach der Rückkehr über meiner Fotoseite, bis die Münchner Plätze wieder die Mehrheit wurden.

C.G. Jung war einer seiner Helden, und die Legende sagt, dass Jung im hohen Alter zum ersten Mal nach Rom reisen wollte, seine lebenslange Sehnsuchtsstadt. Aber dann bekam er einen Schwächeanfall am Fahrkartenschalter und blieb. Und fuhr bis zum Ende seines Lebens nicht nach Rom. Man kann da jetzt viel zu sagen, aber ich wollte eigentlich nur sagen, dass ich letzte Woche in Rom war. Nach 30 Jahren wieder. Zur Therapie. The Coffee Prayer Therapy. Weiterlesen

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DEUTSCHLAND VEGETARISCH kommt – mit Stevan Paul am 3.10. ins HUKODI

+++Schön, wir sind leider ausverkauft+++Schön, wir sind leider ausverkauft+++Schön, wir sind leider ausverkauft+++Schön, wir sind leider ausverkauft+++Schön, wir sind ausverkauft+++

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Fotos: Verlag, Gölling&Kramp, Ralf Bille (von links nach rechts)

Kennen Sie den? “Geht einer ins Wirtshaus und bestellt was Vegetarisches.” Guter Witz? Vergessen Sie’s, denn DEUTSCHLAND VEGETARISCH kommt, das neue Kochbuch vom besten Küchenliteraten im Land, Stevan Paul. Und er kommt damit zu uns ins HUKODI – am 3. Oktober, als Autor und Koch. Und wir laden Sie jetzt dazu ein. Kann man die Nation schöner feiern?

“DEUTSCHLAND VEGETARISCH lädt zu einer spannende Reise durch die fast schon vergessenen Regionalküchen Deutschlands ein”, sagt Stevan Paul auf seinem Blog Nutriculinary. “Ich habe Kindheitserinnerungen entstaubt, habe mich von alten Klassikern überraschen lassen, viel Neues entdeckt – und immer wieder habe ich gestaunt, mit dem Probierlöffel in der Hand: wie gut es hier schmeckt!”

Entwickelt hat er das Buch mit Österreichs bester Küchenliteratin, Katharina Seiser, für den Brandstätter Verlag. Dort hat Katharina bereits mit ÖSTERREICH VEGETARISCH (gemeinsmam mit Meinrad Neunkirchner) einen Bestseller hingelegt und den Beweis angetreten, dass eine Küche ohne Fleisch eine schöne Tradition hat im deutschsprachigen Raum.

Und da setzt Stevan jetzt noch einen drauf – mit gut 270 Seiten, die dem Jahreslauf folgen, von Grüner Soße bis Schnüsch, von Hamburger National bis Arme Ritter. Die so puren wie prächtigen Bilder von Bernd Gölling und Andrea Kramp haben es uns leicht gemacht, daraus das Menü für den 3. Oktober auszuwählen – gekocht von Stevan gemeinsam mit Sebastian Dickhaut und dem HUKODI-Team:

VORSPEISENPLATTE
Berliner Soleier
mit Kleinigkeiten vom Großen Hans

HAUPTGERICHT
Wickelklöße mit Spinat und Haselnuss-Bröselbutter
Kopfsalat mit Kondensmilch

NACHTISCH
Welfenspeise mit Fliederbeer-Apfel-Suppe
Waffelherzen

Jedes Gericht wird vom passenden regionalen Getränk begleitet, von Giesinger Bier und feinen deutschen Weinen bis zu besonderen Säften und gutem Filterkaffee. Hier tüfteln wir noch, lassen Sie sich überraschen. Lesung und Menü inklusive einem passenden Getränk je Gang kosten 38 Euro.

Wir raten Ihnen sich am besten gleich Ihre Plätze unter hukodi@sebastian-dickhaut.de zu reservieren, denn bei Stevans letztem Besuch gingen die Weg wie warme Brezen. Einlass ist ab 19 Uhr, 19.30 Uhr geht es los. Und keine Sorge: Anders als damals bei dieser (grandiosen) Schlachtenbummlersause durchs Schlaraffenland hat diesmal jeder schön Platz am Tisch – ist ja schließlich Feiertag.

Alsdann, mir freue uns auf oisch
Stevan, Sebastian und die HUKODIs

P.S.: Vielleicht kommt auch die famose Katharina Seiser dazu. Wünschen Sie sich das einfach alle ganz kräftig bei Ihrer Reservierung, dann kriegen wir sie bestimmt rum.

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Wie man seine Straße zum Fest macht

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Als ich vor sechs Jahren an einem Sonntagnachmittag im August vom Schyrenbad her zum ersten Mal in die Untere Weidenstraße radelte, hebte mein Herz sich. Oben vom Giesinger Berg schaute die Heilig-Kreuz-Kirche herab, drunter lugte eine grüne Zinskaserne inklusive Bahnverkehr durch den Straßenspalt, neben mir stand “Butter Milch Käse” an einem alten Laden. Und ruhig war’s. Oben im Haus wurde es noch ruhiger, auch der Besitzer schwieg, als wird durchs große Fenster auf ein Panorama in Rot (die Kirche), Grün (rauschende Pappeln) und Blau (der Himmel) schauten. Wir standen in der Küche, die dann mein Wohnzimmer wurde, denn ich wollte die Wohnung und bekam sie.

Inzwischen gehört noch das HUKODI im Erdgeschoss dazu, wo vorher die Bayernpartei 29 Jahre ihre Zentrale hatte und davor wohnte ein Künstler dort, der dann später im “Butter Milch Käse”-Laden hauste. Was davor war, wollte ich eigentlich für unser Straßenfest noch rausfinden, aber dann ging’s auch so – unser Untere Weidenstraßenfest am letzten Samstag. Das großartig war, weil… so genau wissen wir das auch nicht. Wir haben’s halt gemacht und es war gar nicht so schwer und am Tag selbst ganz normal für uns, dass die Straße zum Platz wurde und voller Musik und Leute war. Rezept gibt es keins, aber eine Zutatenliste. Also, man nehme: Weiterlesen

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Vom See zum Fluss, vom Freitag zum Sonntag

Ach Sommer, ach Wasser, wie schön, dass es Euch gibt. Mittwochmittag war ich zum Denken und Schreiben an den See gefahren, und weil das so gut lief, dann doch erst am Freitagfrüh zurückgekommen. Dann hieß es Kaufen und Kochen für den Freundlichen Freitag, und dann ging’s los…

Freitagmittag 19-07-13
Freundlicher Freitag, Teil 1 (von rechts nach links, bei Klick wird’s größer): 1 Starnberg am Morgen vom Zug aus 2-4 Das HUKODI-Mittagessen an diesem Freundlichen Freitag (der Kuchen kommt noch)

Freitagabend 19-07-13
Freundlicher Freitag, Teil 2 (von rechts nach links, bei Klick wird’s größer): 1 Nachbarin und Fraunhofer Schoppenstubenlegende Conny nimmt am Gehsteig Platz und stimmt sich ein 2 Vier frischgehopfte Braumeister kommen vom Griechen und setzen sich dazu 3 Der Abend nimmt seinen Lauf 4 Tanz in den Samstag, bis die Polizei kam

Sonntag 21-07-13
Samstag oder Sonntag? Egal, weil eh gleich (von rechts nach links, bei Klick wird’s größer): 1 Frühstück im Schyrenbad 2 Kaffee und Käsekuchen im HUKODI 3 Isarspaziergang 4 Isarfeierabend

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Am 27.7. feiern wir das 1. Untere Weidenstraßenfest

Plakat_neu Gestaltung: Florian Fischer von Helmut Morrison

Wir kennen keine schönere Straße in München als unsere hier vorm HUKODI. Grad wie am Meer ist es hier an solchen Sommertagen wie jetzt, mit Siesta und Trubel von der Kirche bis zum Isarstrand. Und am Abend sitzen wir vor den Türen, essen, trinken und erzählen uns was zum Zirpen der Musikanten aus den Fenstern gegenüber. Das bringen wir jetzt alles zusammen – beim 1. Unteren Weidenstraßenfest am Samstag, den 27. Juli von 11-23 Uhr.

Abspielen wird sich das im Herzen der Meile zwischen Sommer- und Oefelestraße. Und da ist das Herzstück die Bühne, am Mittag offen für alle (vor allem aus dem Viertel), dann spielen dort Bands, die wir kennen und mögen – vom feinen Gypsy Jazz zum lässigen Hippie Folk, von der Fraunhofer-Schoppenstuben-Legende Conny Holzwarth bis zur Zwirbeldirn-Kofelgschroa-Combo.

Das alles kann man sich anschauen und -hören vom Tanzasphalt aus, vom Hofwohnzimmer oder vom Straßenbiergarten. Die Nachbarn vom Giesinger Bräu schenken was ein (auch Limo und Wein), die Nachbarn vom Bald Neu servieren Kaffee und Kuchen, viele Nachbarn braten Würste mit dem Kick und im HUKODI brutzeln wir Indonesian Streetfood gemeinsam mit Pura Indah.

Alsdann bis dahin, wir freuen uns auf viele frohe Gäste und gutes Wetter

Sebastian Dickhaut, die HUKODIs und die Untere Weiden Crew

P.S.: Und diesen Freitag ist auch wieder Freundlicher Freitag. Ab 12 Uhr mit erfrischendem Curry, kühlem Salat und gutem Kuchen. Und ab 20 Uhr spielt und singt Conny Holzwarth am Akkordeon. Am 26.7. haben wir ebenso tagsüber auf, dann ist nach dem Fest erst mal Sommerpause. Dazu schon ein bisschen Urlaubslektüre: HUKODI-Chef Sebastian Dickhaut erzählt von seinen Basics und dem Draußensein in München, und unsere Ex-Praktikantin Morgan Robinson vom Kochen, Backen und Leben in Sizilien.

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Vom Freundlichen Freitag zum Stillen Sonntag ODER The Giesinger Bridge Song in 3 Tagen ODER …feelin’ groovy

Spätestens nach diesem Wochenende glaube ich ja, dass wenn nicht München, so doch zumindest Untergiesing am Meer liegt, Mittelmeer wohl. Drei wundervolle Tage an einem wunderschönen Ort in Bildern, Liedern und Worten. Mit besonderem Dank an Simon & Garfunkel und ihrem “Happiest Song on Earth”, der mich in dieser Version noch happier macht – die Blasmusik Hobbits! (Und wenn Ihr auf die Bilder klickt, werden sie größer. Noch größer: auf Instagram.)

Vom freundlichen Freitag in den feinen Samstag*
Freitag
Slow down, you move too fast. You got to make the Mittag last.
Just kicking down the cobble stones. Looking for fun and feelin’ groovy.

Vom schläfrigen Sonntagmorgen an der Isar
Samstag
I’ve got no deeds to do, no promises to keep. I’m dappled and drowsy and ready to sleep.
Let the morning time drop all it’s petals on me. Life, I love you, All is groovy.

Vom blühenden Sonntagabend im Rosengarten und vorm HUKODI
Sonntag
Hello lamp-post, what cha knowin’? I’ve come to watch your flowers growin’.
Ain’t cha got no rhymes for me? Doot-in’ doo-doo, Feelin’ groovy.

*Von rechts nach links: 1-2 “Susan swings” bringen am Abend das HUKODI und das ganze Quartier ins Schwingen, bis am Abend die Beine hochgelegt werden. 3 My way to the beach (da: Schyrenbad) 4 Außerhalb Testessen für unser Straßenfest am 27.7. – Soto Ayam bei Pura Indah. (Beim Klick aufs Bild wird’s größer)

P.S.: Und das gab es am Freitag zu Mittag – Tabouleh mit Hugo Minze, Pasta Puglia mit Linsen-Bolo & Speckfrittern und Zitronenmandelkuchen mit Schmand und Passionsbeeren (nicht im Bild)
Freitag2

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